Geranium robertianum – Rubrechtskraut

24 April 2014 von | Kategorie: Pflanzenmonographie

Geranium robertianum – Rubrechtskraut

Stinkender Storchschnabel, Gottesgnadenkraut, Rotlaufkraut

(Geraniaceae)

Botanik: Die in Europa und Asien heimische und in Nord- und Südamerika eingebürgerte, bis zu 50cm hohe krautige Pflanze, hat tief eingeschnittene rotgrüne Blätter und kleine rosafarbene Blüten mit länglich spitzen Früchten, die einen Storchschnabel ähneln. Dieses ein- oder zweijährige überwinternde Kraut mit stark verästelte Stängeln die mit weichenGeranium1 DSC_0294 !!!!-3, abstehenden Drüsenhaaren, wie die Blätter auch, dicht besetzt sind ist bei uns oft zu sehen. Auch die Blattstiele, Blattrippen und Blattränder sind oft rot gefärbt. Die Blätter sind drei- bis fünfspaltig mit gestielten, doppelt fiederspaltigen Blättchen. Es ist häufig in feuchten Wäldern, Gebüschen, an Zäunen und Hecken, in Mauerspalten und auf Steinhaufen zu finden und blüht vom Mai bis in den Herbst hinein. Die kleinen Blüten sind zwittrig, fünfzählig wie Kron- und Kelchblätter auch. Die Früchte sind 5-fächrige Kapseln bzw. Spaltfrüchte. Die reifen einsamigen nussartigen Früchte werden durch Austrocknung bis zu 6m fortgeschleudert. Rubrechtskraut ist sehr schattenverträglich und wächst noch bei 1/25 bis 1/40 des normalen Tageslichts.

Geruch: Das Ruprechtskraut ist durch seinen unangenehmen Bocks- oder Wanzengeruch gut charakterisiert. Dieser Geruch geht beim trocknen verloren.

Verwendung: Früher verwendete man das blühende Kraut aber auch die Wurzel wegen den hohen Gerbstoffgehalt. Gesammelt werden heute die oberirdischen Teile während der Blütezeit.

Inhaltsstoffe: Die Blätter enthalten ein unangenehm riechendes ätherisches Öl mit Geraniol, Germacren D, Limonen, Linalool und Terpineol. Die wichtigsten phenolischen Inhaltsstoffe sind Ferulasäure, Kaffeesäure, Rutin, Kämpferol und Quercetin. Geranium-Arten haben einen hohen Gehalt an Gallo- und Ellagitanninen (bis zu 30%). Der Hauptinhaltsstoff in G. robertianum ist Geraniin.

Traditionell: Schon die alten Kräuterbücher berichten von seiner adstringierenden Wirkung bei Durchfällen, chronischer Enteritis auch mit blutigen Stühlen, Dysenterie, fieberhaften Gastro-Enteritiden und Entzündungen des Uteruses zusammen mit Chinarinde, Ulcus cruris, Geranium BeeDSC_0245 !!!!-1Cholera infantum, bei Dermatopathien, fressenden Geschwüren, auch karzinomatösen, Tumoren, Ekzemen, Eiterungen, Rotlauf und entzündeten Brüsten, bei nässenden Exanthemen, insbesonders Ringflechte zusammen als Teemischung mit Equisetum und Quercus robur (zur Reinigung und den Juckreiz mildernden Umschlägen). Es würde angewendet bei Rheuma, Gicht, Lithiasis, Ikterus und Drüsenverhärtungen, Gastritis mit Neigung zu Geschwürbildung und zur Blutstillung, besonders aus Lunge, Niere, Blase, Nase aber auch bei blutenden Hämorrhoiden. Es kontrahiert den Uterus und wurde deshalb auch gegen Uterusblutungen, Endometritis (Entzündung der Gebärmutter) und zu starker Monatsblutung empfohlen. Auch bei Ohrenschmerzen und Schwerhörigkeit, als Begleiterscheinung von venöser Störungen wirkt es gut wenn man ein zerknülltes Blatt ins Ohr legt. Die Indianer Nordamerikas sahen die Wurzel als bestes Mittel gegen Lues an. Zerstoßen als Breiumschlag auf die Brust gelegt – soll es zum Zerteilen der stockenden Milch dienlich sei. Auch als Gurgelmittel bei Angina ist es zu empfehlen. Die aus frischen Blättern mit Schweineschmalz bereitete Salbe verwendete man gegen das Erysipel. In der Tierheilkunde verwendete man es in England bei Blutharnen und Dysenterien.

Wirkung: Es hat eine auflösende, entzündungswiedrige, schmerzlindernde, fieberwidrige und zerteilende Wirkung.

Anwendung: Als Tee, Tinktur oder Salbe. Hb. Geranii robertiani, Tinktura Geranii robertiani.

Studien: Sowohl seine antioxidative, antientzündliche und antibakterielle Wirkung konnte in Untersuchungen aufgezeigt werden. In Kombination mit Lavendel- und Nelkenöl wirkte das Geraniumöl auch gut bei Otitis media wie schon in der traditionellen Wirkung beschrieben. Des weiteren konnte sogar eine Senkung der Blutglukosewertes bei diabetischen Ratten als auch eine Verbesserung der lebermitochondrialen Atmung durch eine orale Gabe über vier Wochen beobachtet werden. (1) (2) (3)

Toxität: Keine bekannt, hohe Mengen an Gerbstoffe können Übelkeit verursachen.

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