Cimicifuga racemosa – Traubige-Silberkerze

6 März 2014 von | Kategorie: Pflanzenmonographie

Black Cohosh, Cimicifuga racemosa oder besser bekannt unter den Namen Traubige-Silberkerze oder Wanzenkraut stammt ursprünglich aus Nordamerika und war dort schon bei den Ureinwohner eine große Heilpflanze geben Schlangenbisse und zur Erleichterung der Geburt.

Botanik: Das Verbreitungsgebiet der bis zu 2m hohen ausdauernden Rannunculaceae ist hauptsächlich im atlantischen, eher schattigen Wäldern Kanadas und Nordamerika zu finden, dort besonders im Blue Ridge-Gebirge (von Alabama bis Pennsylvanien). Sie wächst oft in Sippen und mit ihren aufrechten hohen Stengel, großen doppelt gefiederten Laubblätter und kleinen weißlichen Blüten, die in sehr langen schmalen Trauben stehen, leicht zu erkennen. Die Blütezeit ist von Mai bis August und sie bildet dann kleine Balgfrüchte aus. Die Blüten verströmen einen starken Geruch, weshalb der weiße Mann sie zur Vertreibung von Insekten einsetzte (Cimex=Käfer, fugo=vertreiben). Man hängte die blühende Pflanze über den Türeingang um Ungeziefer fernzuhalten. Die Sammelzeit des schwarzen Wurzelstocks ist im Herbst nach der Fruchtbildung wenn die Blätter abgestorben sind. Die getrocknete Wurzel ist rötlich-braun, die Rinde lässt sich leicht entfernen, trocknen und Pulverisieren. Heutzutage verwendet man das Rhizom (Rhizoma Cimicifugae) als Tee, Extrakt oder homöopathisches Mittel.

Cimicifuga simplex DSC_0043 !! Kopie-1Traditionelle Anwendung: Neben den schon erwähnten Indikationen haben die Medizinmänner Nordamerikas Black Cohosh gut bei Epilepsie, Veitstanz, und anderen spasmodischen Zuckungen eingesetzt. In diesem Fall wurde die Wurzel oder das Rhizom nach Mitternacht gesammelt.

Wollte man aber Geburtsschmerzen oder Menstruationsbeschwerden lindern, sammelte man sie am frühen Morgen bevor die Sonne aufging. Bei Rheuma, Arthritis, Asthma, Delirium tremens, Schlangen- oder Insektenbisse und Stiche sammelte man sie wenn die Sonne am höchsten stand. Auch bei Husten, Keuchhusten und Asthma verwendete man sie und vermischte den Presssaft mit Ahornsirup oder Honig.

Eine sehr wichtige Anwendung war auch gegen Entzündungen und hier besonders die des Nervensystem. Diese Wirkung beobachteten besonders die Armee-Ärzte nordamerikas des 17 Jahrhundert, bei spinaler Meningitis (Entzündung des Rückenmarks), einer Erkrankung die in dieser Zeit unheilbar und tödlich verlief.

Auch beim Alkoholdelirium (Delirium tremens), in Nordamerika durch die Pelzhändler um 1823 sehr verbreitete (durch den hohen Alkoholkonsum), konnte man durch heiße und kochende-Auszüge solche Anfällen mit dem Wurzelpulver sehr gut  entgegenwirken.

Weitere Indikationen : Ohrenerkrankungen hier ein gutes Mittel bei Ohrensausen oder Otitis media (Mittelohrentzündung), Augenerkrankungen, nervöse Herzstörungen, Depressionen im Klimakterium, als Sedativum, bei Schlafstörungen, zur Blutstillung und jegliche Art von Krämpfen.

Frauenleiden: Hier setzt man es gut als Tee oderr Extrakt ein bei Ovaritis, Metritis, Endometritis, Dysmenorrhöe, zur Menstruationsförderung und bei PMS.

Klimakterium: Eine bedeutende Rolle hat Cimicifuga in der westlichen Medizin auf dem Gebiete der Gynäkologie bekommen.

Die meisten Studien (1), (2) wurde im Bereich von klimakterischen Beschwerden gemacht und die Übersichtsarbeit der Cochrane-Gesselschaft (3) sah die Beweislage bis jetzt eher als unklar an.

Nun berichtet aber die Carstens-Stiftung (4) das eine neue aktuelle Übersichtsarbeit zu der Schlussfolgerung kommt, das die Trauben-Silberkerze doch eine positive und signifikante Verbesserung der Symptome im Klimakterium bewirkt (5), (6).

Aber nicht nur bei Frauenleiden scheint Black Cohosh eine wichtige Rolle zu spielen.

Auch auf die männlichen Sexualorgane hat es eine Wirkung und hier besonders bei der Entartung von Prostatazellen.

Eine Studie an der Göttinger Universitäts-Klinik für Gynäkologie (7) zeigt das Black Cohosh auch eine in vitro eine wachstumshemmende Wirkung gegen menschliche Prostatakrebszellen hat.

Auch andere Untersuchungen kommen zu ähnlichen Ergebnisse als antikanzerogene, chemopräventive und proapoptotisch wirkendes Mittel (8), (9), (10).

Weiter Studien zeigen aber auch eine wachstumshemmende Wirkung gegen Brustkrebszellen (11), (12).

Auch wenn weiter Studien noch fehlen, scheint Cimicifuga doch ein sicheres Therapeutikum während der Brustkrebstherapie zu sein, ohne Leberschädigungen zu verursachen (13).

Es gibt sogar eine Studie die sich mit der Wirkung gegen Hepatome (Leberkrebs) auseinandersetzt und eine mögliche Wirkung auf die Apoptose (Zelltod) der Krebszellen aufzeigt (14).

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