Cochlearia off. – Echtes Löffelkraut

24 April 2014 von | Kategorie: Pflanzenmonographie

Cochlearia off. – Echtes Löffelkraut, Lungenkresse, Skorbutkraut (Brassicaceae)

 

Botanik:

Die allgemeine Verbreitung reicht von Mittel über Nordeuropa bis Asien und IMG_5170-6Nordamerika. Als salzliebende Pflanze trifft man sie hauptsächlich an den Meeresküsten des Atlantischen Ozeans, der Nord- und Ostsee und an Salzböden des Binnenlandes an. Die gegen Frost hochgradig unempfindliche zwei-dreijährige 30cm hohe Pflanze ist auch hier und da in Sümpfen, an Quellen und Bächen Europas anzutreffen. Die Blätter sind eiförmig bis rundlich und glatt, grobgezähnt und saftreich. Die weißlichen in Trauben überhängenden Blüten haben einen wohlrichenden Duft. Der Wurzelstock ist sehr faserreich.

 

Geschmack:

Bitter und scharf

 

Verwendung:

Herba Cochleariae, Tinktura Cochleariae, Spritus Cochleariae



Inhaltsstoffe:

Glucosinolate (Senfölglucoside), unter anderem mit Glucocochlearin, einem sekundären Butylsenfölglucosid, als Hauptkomponente und geringen Mengen an Glucotropaeolin (Benzylsenfölglucosid) und Allylglucosinolat, ferner äther. Öl mit sekundärem Butylsenföl  (87-98 %) als Hauptkomponente, geringen Mengen an Benzylsenföl, anderen Isothiocyanaten und (+)-Limonen sowie Flavonoiden und reichlich Vitamin C.

 

Traditionell:

Sie wurde angewendet als vorzügliches antiskorbutisches Mittel und war den Seefahrern wegen ihres hohen Gehaltes an Vitamin C gut bekannt.

Weiter wurde sie verwendet bei Kachexie, Hydrops, Amenorrhöe und Engbrüstigkeit, Rheuma, Gicht, Nasenbluten, Asthma, chronische Leberhyperämien, bei Sexualleiden und Impotenz, Kopf-und Zahnschmerzen, beginnenden Lähmungen, Ischias, LumIMG_5171-7bago und Neuralgien. Auch bei Zahnfleischentzündungen mit Lockerung der Zähne, die nicht von Skorbut herrühren (z. B. Hg-Vergiftung, Paradentose), bei Mund- und Halsgeschwüren und septischer Angina als Gurgelwasser. Ebenso innerlich bei Dermatopathien und chronische Hautleiden wie Exanthemen, Ekzemen, Flechten und Geschwüren, äußerlich bei Wunden und Geschwüren Weiter bei Schwindel, Trägheit, Übelkeit und Ekel durch Schwanken und Erschütterung. Als harntreibendes Mittel bei Blasenleiden, Wassersucht, auch Aszites, Ödemen, Nierenhypofunktion, Grießbildung, Harnverhaltung, Prostataaffektionen und veralteter Gonorrhöe, gelegentlich als Frauenmittel (Schleimanhäufungen im Unterleib), Perioden- und Unterleibsstörungen mit Herzschwäche.

 

Anwendung:

Innerlich als Tee und Tinktur, als Spiritus Cochleariae zur Hautreizung und Mundspülung und äußlich frisch zerquetscht als Umschläge.

 

Studien:

Fehlen

 

Homöophatie:

Cochlearia officinalis HAB1, frische, zu Beginn der Blütezeit gesammelte, oberirdische Teile bei Magenverstimmungen, Augenentzündungen.

 

Toxität:

Keine bekannt

 

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