Iridoide – Aucubin

10 April 2014 von | Kategorie: Inhaltsstoffe

 

Aucubin, aus der Gruppe der Iridoide kommt in vielen Pflanzen und Bäumen als sekundärer Pflanzenstoff vor, aber man findet es auch als Abwehrsekret bei Insekten. Bei der Schmetterlingsart Junonia coenia verwenden die Weibchen das Aucubin als Signalstoff zur Eiablage und die Raupen schützen sich damit vor Fressfeinden.

Iridoide kommen in mehr als 50 Pflanzenfamilien vor und haben immer einen bitteren Charakter. Der Name lridoide leitet sich von der Ameisengattung Iridomyrmex ab und wurde zum ersten Mal aus dem Wehrsekret der Spezies Ameisengattung Iridomyrmex purpureus isoliert.

Andere Iridoide wie zum Beispiel das Loganin finden sich im Bitterklee (Menyanthes trifoliata) oder  das Oleuropein in Olivenblätter.

 

Einige Pflanzen mit dem Iridoid Aucubin:

  • Aucuba japonica
  • Eucommina ulmoides- Gummi ulme
  • Euphrasia off. – Augentrost
  • Plantago laceolata/major- Spitz- und Breitwegerich
  • Plantago asiatica
  • Scrophularia nodosa – Knottige Braunwurz
  • Valeriana off. – Baldrian
  • Vitex agnus castus – Mönchspfeffer
  • Veronica off. – Ehrenpreis
  • Verbascum – Königskerzen
  • Veronica beccabunga – Bachbunge

 

Wirkung: Iridoide haben ein breites Wirkspektrum das mittlerweile wissenschaftlich gut untersucht ist.

Viele Iridoide wie das Catalpol (Plantago lanceolata), Oleuropein (Olea europaea) und Aucubin haben eine gefäß- und neuroprotektive Wirkung, da sie direkt auf den Nervenstoffwechsel wirken. So konnte in Untersuchungen mit Aucubin gezeigt werden das bei Patienten mit Diabetes die Nerven im ZNS geschützt und die Durchblutung gefördert werden. Dies kommt zustande indem das Aucubin die Lipid Peroxidase reduziert und so die Nervenummantelung, die zum größten Teil aus Phospholipiden besteht, vor oxidativem Stress bewahrt. (1) (2)

Die antioxidative Wirkung hat auch eine starke Wirkung auf die Bauchspeicheldrüse, so dass ein anti-diabetischer Effekt zustande kommt. (3)

Auch macht sich die antientzündliche Wirkung über die Inhibierung von Entzündungsmediatoren aus Mastzellen (TNF-alpha, IL-6 und NF-kappaB) bei solchen Prozessen positiv bemerkbar was u.a zu einer schnelleren Wundheilung führen kann. (4) (5) (6)

Am erstaunlichsten in der Pflanzenwelt ist aber, das viele Inhaltsstoffe wie die Iridoide, zusätzlich eine antivirale und zytotoxische Wirkung haben und so als natürliche Wirkstoffgruppe bis in die DNA-Strukturen hinein wirken können.

Aucubin zeigte in Untersuchungen eine deutliche Wirkung gegen verschiedene Zellmutationen. Auch die Einflussnahme auf die Topoisomerase I spielt bei der dieser Wirkung eine wichtige Rolle. Dies konnte mit einen wässrigen Extrakt aus taiwanesischen Plantago in einer geringen Wirkung auf Leukämiezellen gezeigt werden. (7) (8)

Ein wässriger Extrakt aus dem Breitwegerich (Plantago major) und den darin enthaltenen Inhaltsstoffen (Aucubin, Chlorogenic acid, Ferulic acid, p-Coumaric acid und Vanillic acid) konnte eine deutliche Steigerung der Aktivität der Lymphozyten Proliferation und Sekretion von Interferon-gamma (wird verwendet bei Hepatitis Patienten) an menschlichen Blutzellen bewirken. (9)

Die Wirkung von Aucubin gegen Hepatitis Viren wie z.B. HCV ist schon länger bekannt. Unter anderem verhindert es die DNA Replikation und wirkt so in Untersuchungen leberprotektierend. (10)

Bei Mutationen von A549-Zellen konnte Aucubin aus den Blättern von Aucuba japonica eine Apoptose und antiproliferative Wirkung durch Induktion von P53 bewirken. Dieses Protein („der Wächter des Genoms“) ist oft inaktiv und kann durch viele Pflanzenstoffe wieder aktiviert werden.

So zeigen kleine unscheinbare Pflänzchen die am Wegesrand wachsen, wie z.B. der Wegerich und der Ehrenpreis, eine immens große Wirkung bei schweren Krankheiten bis hin zu zytostatischen und zytotoxischen Wirkungen. (11) (12)(13)

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